Ressourcen­orientiertes Vorgehen

umfasst insbesondere die Etablierung des „inneren sicheren Ortes“ und die Etablierung von „inneren Helfern“. Dies kann zunächst durch Imaginationsübungen geschehen mit nachfolgender psychodramatische Aufstellung des Imaginierten.

Im Rollentausch mit den „Inneren Helfern“ oder den einzelnen Komponenten des „inneren sicheren Ortes“ können hilfreiche und unterstützende Botschaften vertieft werden (z.B. welche Botschaft hat der imaginierte Baum im „Inneren sicheren Ort“ für mich, was würde er zu mir sagen, wenn er sprechen könnte? Was repräsentiert er?)
Hierdurch können alte Überzeugungen z.B. von Minderwertigkeit, Unsicherheit und Schutzlosigkeit mittels positiven Erlebens überschrieben werden.

Auf der biologischen Ebene kann man sich vorstellen, dass unangenehme Gefühlszustände wie z.B. Angst von der Aktivierung bestimmter Neuronennetzwerke ausgelöst werden. Durch die oben beschriebenen imaginativen Techniken werden alternative Neuronennetzwerke aktiviert und gestärkt, die für Sicherheit und Wohlbefinden stehen. Es wird geübt vom problematischen Neuronennetzwerk in das sichernde Neuronennetzwerk zu wechseln.

Dieses Vorgehen bietet sich insbesondere an, wenn Traumatisierungen im Vordergrund stehen. Bevor man sich belastenden Aspekten zuwendet ist die Beherrschung von Stabilisierungs- und Sicherungstechniken notwendig (Sicherung geht vor Konfrontation).

„Innerer Helfer“

  • Existiert nur in der eigenen Vorstellung
  • Kann z.B. ein menschliches Wesen sein, ein Tier, ein Fabelwesen, ein Geistwesen, eine fiktive Person aus Märchen, Film und Fantasy, Religion und Spiritualtät
  • Hat eine unterstützende, sichernde Funktion
  • Repräsentiert eine innere Ressource
  • Erleichtert den Zugang zu dieser Ressource
  • Trainiert entsprechende Neuronensysteme
  • Es dürfen auch gerne mehrere „innere Helfer„ imaginiert werden, die verschiedene Eigenschaften repräsentieren

„Innerer sicherer Ort“

  • Existiert nur in der eigenen Vorstellung.
  • Kann ausschließlich von mir betreten werden, keine reale Person hat Zutritt.
  • Hat alle denkbaren positiven Eigenschaften und Features.
  • Jede Form der positiven „Magie“ ist bei der inneren Konstruktion möglich.
  • Trainiert Neuronensysteme, die für ein für maximale Sicherheit und maximales Wohlgefühl zuständig sind.

Traumatisierung

ist ein neueres Konzept, eine „Brille“ durch die man auf die Psyche schauen kann.
Zuerst waren mit diesem Begriff eher schwerwiegende Erlebnisse gemeint die eine sogenannte posttraumatische Belastungsstörung auslösen ( dauerhafter Hochstress, Vermeidung von Faktoren, die an die Traumatisierung erinnern, Rückzug, dissoziativen Symptomen d.h. Abschalten von Gefühlen oder gar des Bewußtseins etc.)
Mittlerweile hat sich die Bandbreite des Begriffes „Traumatisierung“ vergrößert. Es werden unter diesem Begriff auch weniger beeinträchtigende Erlebnisse verstanden, wie z.B. Kränkungen oder massive Abwertungen (vor allem in der Kindheit), die, beispielsweise durch ständige Wiederholung, Selbstwert, Selbstsicherheit und Selbstvertrauen beeinträchtigen.